Eine kurze Geschichte des Coaching
Das Wort Coach kommt aus dem Englischen und heisst wörtlich Kutscher. Ursprünglich war es die Bezeichnung für Trainer im Sportbereich.
Etwa Ende der 70er Jahre bis Anfang der 80er Jahre bezeichnete Coaching im amerikanischen Management die zielgerichtete und entwicklungsorientierte Mitarbeiterführung durch Vorgesetzte. Das war damals sehr neu, da erstmals psychologische Erkenntnisse einen breiten Einzug in die Arbeitswelt fanden. Mitte der 80er Jahre erweiterte sich der Einsatz von Coaching zunehmend auf die karrierebezogene Betreuung von Nachwuchsführungskräften, gerade auch im Kontext von Mentoringprogrammen, also der Betreuung von jungen durch ältere, erfahrene Mitarbeiter.
Während sich Coaching in den USA als eine Maßnahme für die mittlere Hierarchieebene in Unternehmen etablierte, verwandelte es sich beim Import nach Deutschland in eine Maßnahme für das TOP-Management. Es waren also erst einmal die höchste Hierarchieebene in den Großunternehmen, die sich einen persönlichen Coach als Sparringpartner gönnte. Die Funktion des Coaches lag vor allem darin, einen Ausgleich zu schaffen dafür, dass eine Person umso weniger direkte Rückmeldung und Kritik erhält, je höher die Position ist.
In den 90er Jahren hat es sich dann auch in Deutschland als ein Instrument der Entwicklung von Führungskräften aller Ebenen etabliert. In dieser Zeit wurden auch viele der auch heute noch angewandten Modelle, Konzepte und Methoden entwickelt.
Coaching wurde damit zu einem allgemeinen Begriff für psychologisch ausgerichtete Beratungsmethoden, sei es auf der individuellen Ebene, in Gruppen oder Teams und es wurde Mode, vielerlei Prozesse, seriöse oder weniger seriöse Beratungs- und Trainingsformen mit dem Beiwort Coaching zu versehen (Projekt-Coaching, EDV-Coaching, Astrologie-Coaching, Lifestyle-Coaching, Dance-Coaching usw. usf.)
Seit etwa 10 Jahren nehmen die Bemühungen zu, Coaching zu professionalisieren und Standards zu schaffen, die professionelles Coaching von Etikettencoaching unterscheiden. Dies geschieht vor allem durch Berufsverbände wie z.B. den Deutschen Bundesverband Coaching (DBVC)
Vieles von dem, was heute im Coaching angewandt wird, beruht auch auf gemachten und weitergebener Erfahrung von Coachingpionieren. Zu einer Professionalisierung gehört aber auch die Auseinandersetzung damit, ob sich Modelle wissenschaftlich begründen lassen, welche Wirkungen beschreibbar sind und ob und wie sich Methoden und Wirkungen statistisch nachweisen lassen. Ebenso gehört die Auseinandersetzung mit ethischen Standards dazu.
Coaching ist allerdings nach wie vor keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder kann sich Coach nennen, egal, ob und welche Qualifikationen erworben wurden. Es bleibt also, vorerst auch immer in der Verantwortung des einzelnen Coaches, sich mit den vorhandenen professionellen und qualitativen Standards, mit persönlichen Ansprüchen und mit den eigenen Möglichkeiten und Grenzen auseinanderzusetzen.

